Verwendung von Schadholz

Sowohl die Schäden durch den Borkenkäfer als auch diejenigen durch die Verfärbungen gelten vor allem als optischer Mangel, haben aber keinen Einfluss auf die Bemessungswerte der Festigkeit, sofern die normativen Anforderungen eingehalten sind. Hinsichtlich der Festigkeit sind daher Fraßgänge bis zu 2 mm Durchmesser in DIN 4074-1:2012-06 „Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit – Teil 1: Nadelschnittholz“ für Kantholz, Bretter und Bohlen und Latten in allen Sortierklassen S7, S10 und S13 zulässig. Andere Frischholzinsekten, etwa Holzwespen oder Scheibenböcke, verursachen deutlich größere Bohrlöcher von 4 mm bis 8 mm Durchmesser.

Sofern Bohrlöcher dieser Größe vermehrt vorkommen, können sie die Festigkeit des Schnittholzes mindern und sind deshalb nicht zulässig. DIN 68365:2008:12 „Schnittholz für Zimmererarbeiten – Sortierung nach dem Aussehen – Nadelholz“ ist etwas strenger, schließlich definieren die Güteklassen die Sichtqualität des Holzes. So ist ein Insektenfraß mit Fraßgängen ≤ 2 mm Durchmesser nur zulässig bei Kantholz der Güteklasse 2 und 3 und Bohlen und Brettern der Güteklasse 3. Güteklasse 1 muss grundsätzlich von Insektenfraß frei sein, bei Brettern und Bohlen zudem auch Güteklasse 2.

Verfärbung entsteht durch Lagerung

Die rötlich-braunen, streifigen Verfärbungen der Rotstreifigkeit entstehen bei längerer Lagerung im Wald an relativ frischem Holz. Es handelt sich dabei um einen Pilzbefall (beginnende Weißfäule). Eine Festigkeitsminderung liegt in der Regel jedoch nicht vor, solange die Stellen nagelfest sind, also die Härte des Holzes nicht erkennbar vermindert ist. Bei trockenem Holz ist eine weitere Ausdehnung des Pilzwachstums nicht mehr möglich. Zum Zeitpunkt der Verarbeitung beginnende Rotstreifigkeit ist unbedenklich. Bei starker Wiederbefeuchtung kann der Pilz allerdings erneut aufleben. Durch Pilzbefall hervorgerufene braune und rote Streifen sind bis zu einem gewissen Umfang zulässig, sofern die Stellen nagelfest sind, also die Härte des Holzes nicht erkennbar vermindert ist. Für Verfärbungen ist nach DIN 4074-1 und DIN 68365 die Stelle der maximalen Ausdehnung rechtwinklig zur Längsachse maßgebend.

Bläuepilze rufen bei Nadelhölzern „Verblauung“ oder „Innenbläue“ hervor – hauptsächlich betroffen ist Kiefernholz. Bläuepilze befallen das lagernde Rundholz und die aus frischem Rundholz erzeugte Schnittware. Bei ungünstigen Bedingungen (Holzfeuchte, Witterung) kann die Verblauung in wenigen Tagen einen großen Umfang erreichen. Bläue ist eine optische Beeinträchtigung des Holzes und hat keine Auswirkungen auf die Festigkeit des Holzes. Bläuepilze greifen die Holzsubstanz nicht an, sondern bauen lediglich Inhaltsstoffe wie Zucker und Stärke ab. Bläue kann bei erneuter Durchfeuchtung wieder aufleben und die Tränkbarkeit des Holzes und den späteren Farbanstrich beeinträchtigen. Nach DIN 4074-1 ist Bläue in allen drei visuellen Sortierklassen S7, S10 und S13 für alle definierten Holzformate zulässig, DIN 68365 erlaubt Bläue für Kantholz und Bretter und Bohlen nur in den Güteklassen 2 und 3.

Quelle: https://www.bauenmitholz.de/bauholz/150/75729/